Entspannungsmethoden, die nichts kosten

Stress gehört zum Leben. Doch man muss nicht teure Wellness-Anwendungen buchen, um sich zu entspannen zu können. Ganz im Gegenteil.

Vorweg: Unterhaltung ≠ Entspannung

Man schaut sich einen Film an zur Entspannung. Man zockt ein Spiel auf der Playstation - natürlich zur Entspannung. Man gönnt sich einen entspannenden Tag in einem Freizeitpark.

So viel Entspannung...

Irrtum!

Unterhaltung ist Unterhaltung und nicht Entspannung. Filme sind Unterhaltung. Computerspiele sind Unterhaltung. Freizeitparks sind Unterhaltung. Und Unterhaltung ist eben nicht Entspannung.

Klar, nach einen Action-Film oder einer Achterbahnfahrt ist man fit und voller Energie. Aber warum? Weil der Körper Stress-Hormone ausschüttet, die einem zwar kurzfristig einen Turbo-Boost geben. Doch nichtsdestotrotz ist es eben Stress.

Also: schauen wir uns an, wie man sich ganz einfach und kostengünstig (ja, sogar gratis!) entspannen kann.

Tipp 1: Den Wolken zusehen

Ganz allmählich ziehen Wolken am blauen Himmel vorüber. Sie plustern sich auf oder verschwinden still und heimlich. Sieh ihnen einfach nur zu und lasse es auf dich wirken. Es ist so einfach... und vor allem kostet es nichts.

Wolken

Tipp 2: dem Regen zusehen und zuhören

Es regnet? Wunderbar! Das bietet dir die Gelegenheit, dem Regen zuzusehen. Wie die Tropfen am Fenster abperlen. Wie die Tropfen auf der Straße aufschlagen. Auch das Geräusch der Regentropfen ist einfach nur entspannend.

Regen

Tipp 3: Bäume beobachten

Jeder Baum ist eine kleine Fabrik. Aus einem kleinen Samen wächst im Laufe der Zeit ein majestätisches Gebilde. Er bringt Äste, Zweige und Blätter hervor. Jedes Blatt nimmt stetig CO2-Moleküle auf, behält das C und gibt das O2-Molekül, also Sauerstoff, wieder ab. So sorgt der Baum fortlaufend für Frischluft.

Baum

Beobachte, wie sich die Zweige sanft im Wind wiegen. Beobachte, wie sie im Herbst allmählich fortgeweht werden. Schau dir an, wie sich alles vom Stamm aus gesehen verzweigt: Stamm → Äste → Zweige. Nimm dir Zeit, den Baum genau anzusehen.

Tipp 4: Den Körper durchkämmen

Dies kannst du auf zwei Arten tun: Setz dich in einen bequemen Sessel und stell dir einfach vor, wie du deinen kompletten Körper abtastest; jeden einzelnen Zentimenter. Schritt für Schritt - von den einzelnen Zehen bis zum Kopf.

Oder: Stell dir vor, dein Körper würde aus zerknäulter Wolle oder Spagetti bestehen. Und nun stell dir vor wie du ihn mit einem großen Kamm wieder entwirrst. Löse jeden Knoten in deiner Phantasie mit dem Kamm. Mache dies, bis dein ganzer Körper komplett ent-knäult ist.

Tipp 5: Progressive Muskelentspannung

Such dir ein gemütliches Plätzchen. Spanne nun einen Muskel für ca. 5 Sekunden an. Lass ihn dann für ca. 10 Sekunden locker. Beobachte in dieser Zeit genau, wie es sich anfühlt, wenn er angespannt ist und wie es sich anfühlt, wenn er entspannt ist. Wiederhole diesen Prozess mit allen Muskeln deines Körpers, die du dir irgendwie vorstellen kannst.

Muskel anspannen:

Faust

Muskel entspannen:

Hand

Tipp 6: ASMR

Ein neuer Trend auf YouTube nennt sich ASMR. Diesen Begriff gibt es noch nicht lange und die Definition ist auch nicht ganz einheitlich. Meiner Meinung nach geht es um angenehme Geräusche, die bei einem ein Wohlgefühl auslösen sollen.

Auf YouTube finde ich allerdings viele Videos, wo mir fremde Leute ins Ohr flüstern. Damit kann ich mich überhaupt nicht anfreunden.

Doch es gibt ganz klar Geräusche, die bei einem ein Wohlgefühl auslösen. Magst du nicht auch das Knirschen, wenn du über frischen Schnee läufst?

Fu

ASMR finde ich auch in etlichen (alten) Filmen - noch bevor es den Begriff überhaupt gab. Zum Beispiel in der ersten Staffel von Mission Impossible (hierzulande als "Kobra, übernehmen Sie" bekannt). Dort gibt es etliche Szenen, in denen man sieht, wie jemand konzentriert arbeitet. Man hört nur dessen Geräusche - ohne stressige Hintergrundmusik. Allerdings, wohlgemerkt: Eingebettet in einem spannenden Film - also nix mit Entspannung.

Du kannst jedoch ASMR-Moment im Alltag selbst erleben, wenn du etwas tust und auf die Geräusche achtest, die dabei entstehen: Bei einer Wanderung z.B. auf die Geräusche deiner Schritte. Oder beim Zähneputzen bereits auf das Geräusch, wenn du die Tube öffnest, schließt und wieder an den Platz stellst. Und so weiter. Höre einfach jedes Detail.

Tipp 7: Umgang mit Störungen

Wenn man sich Zeit nimmt, um zu Entspannen, kann es immer mal vorkommen, dass man dabei gestört wird.

Nicht nur, dass man daran gehindert wurde, sich zu entspannen - nun ärgert man sich auch noch über die Störung. Und das bedeutet zusätzlichen Stress.

Bleib einfach cool. Störungen kommen immer mal vor. Auf die Störung magst du vielleicht keinen Einfluss haben - wohl aber, wie du darüber denkst.

L

Fazit

Man braucht kein teures Wellness-Wochenende, um sich mal wieder so richtig zu erholen. Jeder Tag bietet genug Möglichkeiten, sich zu entspannten. Und das ganz gratis!

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