Ein Leben ohne Uhr

Letzte Woche blieb meine Armbanduhr stehen. Auch eine neue Batterie brachte keinen Erfolg: nach zwei Tagen blieb sie erneut stehen. Was also tun?

Da ist guter Rat teuer - wie eine Uhr ja auch. Folgende Optionen stehen mir zur Verfügung:

  • Kauf einer neuen Uhr
  • Reparatur der alten Uhr
  • Verzicht
Eine Reparatur der alten Uhr würde zu teurer sein, das scheidet also schonmal aus.

Eine neue Uhr kaufen? Das ist vielleicht jetzt der Standard-Reflex. Wenn, dann würde mich eine Automatik-Uhr reizen, die sich selbst auflädt. So brauche ich nie wieder eine Batterie wechseln lassen. OK, die Kosten für einen Batteriewechsel sind zwar minimal, aber man muss nicht jedes Mal extra zum Uhrmacher gehen. Andererseits gibt es die Woche im Lidl eine für 10 Euro - das ist nicht viel mehr als ein Batteriewechsel kostet. Aber taugt die Uhr langfristig was?

Ein Blick in diverse Online-Shops und ich habe schon keine Lust mehr, mich mit diesem Thema zu beschäftigen. Tausende verschiedene Modelle in jeder Preislage. Welche Uhr taugt wirklich was? Wenn ich jetzt für eine Uhr, sagen wir, 100 Euro ausgeben würde, statt nur 10 - könnte ich dann sicher sein, dass die Uhr langfristig hält? Oder gilt dies nur für die Uhren, die um die 1000 Euro kosten (wo dann alle paar Jahre noch eine Wartung fällig wird)?

Oder verzichte ich einfach auf eine Uhr am Handgelenk? Schließlich habe ich mein Handy immer mit dabei und Uhren hängen ja auch sonst überall herum. Arbeite ich am Computer, dann habe ich dort auch immer die Uhrzeit eingeblendet. Zu 99% benötige ich also die Uhr nicht.

Aus diesen Gründen habe mich nun dazu entschlossen, es erstmal ohne Armbanduhr zu versuchen. Also spare ich die Zeit, mir eine Uhr auszusuchen. Ich spare das Geld für die Anschaffung und brauche keine neuen Batterien mehr. Also nur Vorteile!

Wirklich? Ich muss sagen, dass ich schon gewisse Entzugserscheinungen verspüre. Im Moment tue ich diese als "Umgewöhnungserscheinungen" ab. Immer wieder erwische ich mich, wie ich auf mein Handgelenk schaue, auch wenn es dort momentan nichts Besonderes zu sehen gibt.

Mal sehen, ob ich es längerfristig aushalte, ohne Uhr auszukommen. Ich werde hier an dieser Stelle berichten, wie es dann längerfristig ausgegangen ist.

Update 2017-02-06:

Ohne Uhr wird mir jetzt bewusst, wie oft ich bisher immer auf die Zeit geschielt habe. Gewohnheitsmäßig habe ich immer wieder das Verlangen, auf mein Handgelenk zu schauen. Obwohl in 80% der Fälle die Uhrzeit gar nicht relevant ist - nur so rein aus Interesse. Einzig allein morgens im Bad vermisse ich dann doch die exakte Uhrzeit. Da ich eine ausgewachsene Schlafmütze bin, koste ich mein Bett bis zu letzten Minute aus und die Zeit ist daher morgens sehr knapp bemessen. Auf der anderen Seite merke ich jedoch, dass mein Zeitgefühl etwas besser geworden ist: ich kann die aktuelle Uhrzeit exakter schätzen als vorher. Gut, ich habe das jetzt nicht exakt gemessen (vorher/nachher), aber es kommt mir jedenfalls so vor. Ebenso kann ich mir jetzt das Datum besser merken, weil ich dieses ja nicht mehr ablesen kann.

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