Zeit sparen mit dem Pareto-Prinzip

Oft gehört und doch immer wieder ignoriert: das Pareto-Prinzip. Ich erkläre dir, was dahinter steckt, wie du es für dich nutzen kannst und in welchen Fällen lieber doch nicht.

Fangen wir mal ganz von vorne an. Du erledigst eine Arbeit und hast dafür eine Zeit lang gearbeitet bis du fertig warst. Du hast also mit 100% Zeiteinsatz 100% des Ergebnisses erreicht. Aber was rede ich, ein Bild sagt mehr als 1000 Worte:

100% Aufwand
100% Ergebnis

OK, wer hätte es gedacht - aber jetzt kommen wir zum Pareto-Prinzip. Dieses besagt nämlich, dass bereits 20% des Aufwandes ausgereicht hätten, um 80% des Ergebnisses zu erreichen:

20% Aufwand
80% Ergebnis

Wenig Aufwand und trotzdem viel Ergebnis. Man spart 80% des Aufwandes. Und trotzdem sinkt das Ergebnis nur um läppische 20%.

Mit anderen Worten: um die letzten 20% zu erreichen, musst du nochmals die restlichen 80% investieren:

80% Aufwand
20% Ergebnis

Aua. Das ist wirklich heftig.

Aber jetzt kommen wir zum spannenden Teil: warum man mit diesem Prinzip Zeit sparen kann. Sieh dir einfach mal folgendes Bild an:

20% Aufwand
20% Aufwand
20% Aufwand
20% Aufwand
20% Aufwand
80% Ergebnis
80% Ergebnis
80% Ergebnis
80% Ergebnis
80% Ergebnis

Was sehen wir hier? Wenn du mit 80% des Ergebnisses zufrieden bist, musst du nur 20% des Aufwands hineinstecken. Du kannst also in der gleichen Zeit fünf Arbeiten erledigen und hast dann fünf mal die 80% erreicht - in Summe also 400%!

Hammer!

Die Grundlagen

Ist das jetzt einfach schönes Geschwätz? Eine Philosophie, die sich jemand eines schönen Tages ausgedacht hatte?

Das Pareto-Prinzip geht auf den italienischen Wirtschaftswissenschaftler Vilfredo Pareto zurück. Als er seinerzeit untersuchte, wie der Grundbesitz in Italien verteilt ist, stellte er fest, dass 20% der Menschen 80% der Grundstücke besitzen. In der Folge zeigte sich, dass dieses Prinzip in vielen Bereichen anwendbar ist. Als die UN 1989 untersuchte, wie der Reichtum weltweit verteilt ist, wurde festgestellt, dass die 20% der reichsten Menschen 82,7% des Vermögens auf sich vereinen (United Nations Development Program Report 1992).

Auch bei der Arbeit trifft dies zu. Allerdings gibt es folgende Fragen zu bedenken:

  • Was sind die 20%, die den größten Anteil am Erfolg ausmachen?
  • Wie wichtig sind die restlichen 20% des Erfolgs?
Hier werden wir schlagartig wieder auf den Boden der Realität herunter geholt.

Aber lass mich das mal an einem Beispiel erklären:

Sicherlich könnte man die Ausbildung von Piloten dramatisch verkürzen, wenn man diese deutlich vereinfachen würde. Wenn man nicht mehr alles immer und immer wieder üben würden. Ein Pilot könnte dann mit 20% der Ausbildung 80% der Flüge fehlerfrei durchführen.

Aber würde einem das genügen? Wenn jedes fünfte Flugzeug abstürzen würde?

Nein, in diesem Bereich erwarten wir einfach 100 %. Oder zumindest 99,999 %.

Genauso könnte man Kernkraftwerke deutlich billiger bauen, wenn man nur noch 20% der Sicherheitsvorkehrungen einbauen würde. Zu 80% würden diese reibungslos funktionieren...

Auch hier erwarten wir natürlich 100% Sicherheit. Und wie die letzten Jahrzehnte gezeigt haben, sind die 100% extrem schwer (oder vielleicht gar nicht) erreichbar.

Zum Glück haben wir es in vielen Bereichen mit Dingen zu tun, wo eben 80% ausreichen und dann sollten wir damit zufrieden sein.

Nur mal als Beispiel diese Website: Ich habe das Design bewusst schlicht gehalten. Ich könnte auch tausende Euro für Grafiker und Designer ausgeben, aber was wäre damit gewonnen? Hier auf dieser Website zählen die Inhalte und nicht das Aussehen. Natürlich muss die Website funktionieren und auf Computern, Tablets und Smartphones benutzbar sein. Wenn ich aber nun eine Kunst-Website betreiben würde - dann, ja dann würde das Design einen ganz anderen Stellenwert bekommen.

Oder nehmen wir die 20%-Balken (siehe oben). Auf manchen Geräten (mit geringer Breite) ist der Text breiter als der Balken. Ich könnte jetzt Stunden aufwenden, um eine Lösung zu erstellen, damit die Balken in jeder erdenklichen Situation perfekt aussehen. Aber was wäre damit gewonnen? Nichts.

Und darum geht es: Zu hinterfragen, was wirklich wichtig ist und was nur unnötige Schnörkel sind.

Aber wenn wir nochmals zurückgehen in den Flugzeugbereich - hier wurden im Laufe der Jahrzehnte immer mehr Verbesserungen erreicht und das Fliegen wurde immer sicherer (wenn wir mal von der Boeing 373 MAX absehen).

Wenn Otto Lilienthal sowie die Brüder Wright erst dann Flugversuche unternommen hätten, wenn deren Flugzeuge zu 100% perfekt gewesen wären, dann gäbe es heute noch keine Flugzeuge (was für das Klima vielleicht nicht ganz so verkehrt gewesen wäre).

Was ich damit sagen will: 100% erreicht man praktisch nie. Mit folgenden Fragen kann man sich klar werden, worauf es wirklich ankommt:

  • Welche Auswirkung hat das, was ich im Moment tue? Trägt es wesentlich zum Erfolg bei?
  • Welches Ergebnis benötige ich? Würden nur 80% davon reichen?
  • Was ist nur in meiner Einbildung wichtig? Was hat in der Realität praktisch keine Auswirkung?

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