Wie Aktien funktionieren

Aktie Bibliographisches Institut Leipzig
Die Aktie - das unbekannte Wesen. In diesem Artikel werde ich dir zeigen, wie man mit Aktien Geld verdienen kann. Und zwar von A bis Z.

Fangen wir mal ganz von vorne an.

Du hast eine Geschäftsidee und gründest ein Unternehmen. Du kratzt deine Ersparnisse zusammen und kaufst dir davon die Geschäftsausstattung, die du benötigst, um zu arbeiten und Gewinn zu erwirtschaften.

Alles, was du verdienst, gehört dir. Und genauso must du jeden Verlust (der hoffentlich nie entsteht) auch selbst tragen. Der Gewinn ist also dein Einkommen.

Man sagt immer so schön, wenn man selbstständig ist, hat man eine Firma. Stimmt aber oft gar nicht. Denn man ist die Firma. Der Unternehmer ist auch nicht bei der Firma angestellt, er ist ja der Unternehmer.

Einzelunternehmen

Etwas anders stellt sich die Sache dar, wenn ein oder mehrere Unternehmen eine Kapitalgesellschaft gründen, z.B. eine GmbH (GmbH ist übrigens die Abkürzung für Gesellschaft mit beschränkter Haftung). In diesem Fall entsteht nämlich vor dem Gesetz eine zusätzliche Person. Eine juristische Person. Und die Zeugung dieser Person erfolgt praktisch durch einen Gesellschaftervertrag (und einem Eintrag im Handelsregister).

Jetzt haben wir also den Fall, dass dir eine Firma gehört. Entweder zu 100% oder eben ein bestimmter Anteil daran, wenn du die Firma mit mehreren anderen Personen gegründet hast.

Kapitalgesellschaft

Wenn die Gründer in einer GmbH mitarbeiten, sind sie jetzt Angestellte des Unternehmens und bekommen ihr Gehalt ausgezahlt, ob die Firma in dem jeweiligen Monat nun Gewinn macht oder Verlust.

Dir gehört als nun ein Anteil einer GmbH. Jetzt kann es vorkommen, dass du irgendwann keinen Bock mehr hast und deinen Anteil verkaufen möchtest. Jetzt musst du einen Käufer finden und mit ihm einen Preis aushandeln. Seid ihr euch einig, muss der Gesellschaftervertrag geändert werden und die Änderung der Eigentümerliste im Handelsregister eingetragen werden.

Ganz schön kompliziert.

Und deshalb gibt es die Aktiengesellschaft. Hier ist zumindest der Kauf und Verkauf von Anteilen sehr viel einfacher.

Eine Aktiengesellschaft (kurz AG) ist (so wie die GmbH auch) eine Kapitalgesellschaft. Theoretisch könnte eine Aktiengesellschaft auch nur einen einzigen Gesellschafter haben, aber dann ist diese Rechtsform aber eher witzlos. Meistens sind viele (oder sehr viele) Personen an einer Aktiengesellschaft beteiligt.

Wenn du also eine Aktie kaufst, dann gehört dir ein Teil dieser Firma.

Aktiengesellschaft

Ursprünglich haben die Eigentümer der Aktiengesellschaft (=Aktionäre) Aktien in Papierform erhalten. Deshalb ist eine Aktie ein Wertpapier. Und diese kann relativ einfach verkauft werden.

Nur der Vollständigkeit halber: ich spreche hier von Inhaber-Aktien. Es gibt auch Namensaktien, die auf eine bestimmte Person lauten. Diese konnten nicht so einfach verkauft werden. Aus diesem Grund fand man Namensaktien sehr selten. Heute sind die technischen Voraussetzungen allerdings so, dass auch Namensaktien relativ einfach über die Börse verkauft werden können. Die Übertragung findet im Hintergrund statt - ohne dass du es mitbekommst.

Heutzutage ist es jedoch nicht mehr üblich, dass Aktien in Papierform ausgetauscht werden. Diese liegen meist bei einer Wertpapiersammelbank während du ein Depot bei einer Bank eröffnest. Dieses ist wie ein Konto, nur dass du kein Geld darauf hast, sondern die von dir gekauften Wertpapiere.

Auch wenn du heutzutage keine Papier-Aktien mehr in den Händen hältst: nach wie vor gehört dir ein gewisser Anteil der Aktiengesellschaft.

Wenn du Aktien kaufen möchtest könntest du dir (theoretisch jedenfalls) einfach jemanden suchen, der diese Aktie hat. Wenn ihr euch über den Preis einig seid, bekommst du seine Aktien und er dein Geld. In der Praxis ist das jedoch nicht der Fall, denn wo findest du die bisherigen Eigentümer der Aktiengesellschaft?

Aus diesem Grund gibt es die Börsen. Weil dort die Käufer und Verkäufer zusammenkommen.

Börse

Nun kannst du nicht einfach an die Börse gehen und dort Aktien kaufen - da könnte ja jeder kommen. Wie vorhin schon angedeutet, eröffnest du bei einer Bank ein Depot und erteilst der Bank den Auftrag, Aktien zu deinen gewünschten Bedingungen zu kaufen. Können deine Bedingungen erfüllt werden bekommst du die gekauften Aktien in dein Depot und der Kaufpreis wird deinem Konto belastet. Klar, dass die Bank für diesen Service eine Kleinigkeit berechnet. Achte also bei einer Depoteröffnung darauf, dass die Gebühren für Käufe und Verkäufe möglichst gering sind.

An einer Börse werden also Wertpapiere gehandelt. Der Preis kommt rein durch Angebot und Nachfrage zustande:

  • Je höher der Preis, umso mehr Personen möchten ihre Aktien verkaufen und umso weniger möchten kaufen.
  • Je niedriger der Preis, umso weniger Personen möchten verkaufen und umso mehr möchten kaufen.
Unter'm Strich wird der Preis immer so festgesetzt, dass es für eine Aktie genau gleich viele Käufer und Verkäufer gibt. Natürlich gibt es viele Faktoren, die sich auf Angebot und Nachfrage (und damit indirekt auf den Kurs) auswirken. Dazu schreibe ich jedoch in einem anderen Artikel etwas dazu.

Es ist also nicht so, wie manche denken, dass man dem Unternehmen Geld geben würde, wenn man Aktien an der Börse kauft. Man kauft lediglich jemand anderem seine Anteile ab (mal vom seltenen Fall abgesehen, wenn eine Aktiengesellschaft neue Aktien ausgibt).

Wie du mit Aktien Geld verdienen kannst

Ist man Aktionär, gehört einem also ein Anteil eines Unternehmens. Im Regelfall machen Unternehmen Gewinn - und dir steht natürlich dein Anteil zu. Aber wie genau profitierst du davon?

Im Prinzip verdient man mit Aktien auf zwei verschiedene Arten Geld:

  • Dividenden: Bei den meisten Aktiengesellschaften wird ein Teil des Gewinns regelmäßig an die Aktionäre ausgeschüttet. Regelmäßig heißt: bei deutschen Aktiengesellschaften meist jährlich, bei ausländischen meist vierteljährlich. Dein Anteil wird dir dann automatisch deinem Konto gutgeschrieben - während der Aktienkurs um diesen Betrag sinkt. Warum? Weil die Firma durch die Zahlung ja weniger wert ist; das Geld hat sie ja an dich ausgezahlt. Da aber der Kurs weiter durch Angebot und Nachfrage zustande kommt, kann man daraus lediglich eine Faustregel machen.
  • Kurssteigerungen: In der Regel schütten Aktiengesellschaften nicht den kompletten Gewinn aus - wenn überhaupt. Vor allem Firmen, die sich in einem starken Wachstum befinden, sind der Meinung, dass es lohnender ist, diesen Gewinn zu re-investieren. Die Firma macht also Gewinn, investiert diesen und macht noch mehr Gewinn. Meist schlägt sich dies irgendwann im Kurs wider, da sich ja immer mehr Käufer für die Firma interessieren. Dann ist es also kein Wunder, wenn der Aktienkurs steigt.
Wie gesagt, im Regelfall macht ein Unternehmen Gewinn. Daher sind Aktien meist eine solide Geldanlage.

Muss der Gewinn versteuert werden?

Ja, klar. Dividenden werden versteuert, wenn du diese ausgezahlt bekommst. Kursgewinne erst dann, wenn du die Aktien verkaufst. Dies gilt momentan bei Aktien - bei Fonds nicht mehr. Hier müssen Kursgewinne schon in dem Jahr versteuert werden, in dem sie entstehen.

Im Normalfall führt deine Bank die Steuern (25% + Solidaritätszuschlag + Kirchensteuer) automatisch ab - sobald der zugeteilte Freibetrag überschritten wurde (Freistellungsauftrag). Theoretisch musst du dies noch nichtmal in der Steuererklärung angeben. Wenn dein persönlicher Steuersatz jedoch niedriger ist, lohnt es sich in der Steuererklärung die Anlage KAP auszufüllen. Am einfachsten ist dies, wenn du alle deine Konten und Depots bei einer einzigen Bank hast.

Was ist mit dem Risiko?

Es ist kein Geheimnis, dass die Geldanlage in Aktien mit einem gewissen Risiko behaftet ist. Unternehmen können pleite gehen, der Kurs kann sinken. Und gerade dann, wenn man das Geld dringend benötigt, sind die Kurse im Keller.

Deshalb sollte man nicht sein ganzes Geld blind in Aktien stecken. Man sollte sich schon ein wenig damit auskennen und wissen, was man tut.

Ausschalten kann man das Risiko nie. Geld kann niemals zu 100% sicher angelegt werden. Selbst auf einem Sparbuch (wo es praktisch keine Zinsen mehr gibt) bei einer Bank mit Sicherungsfonds im Hintergrund könnte das Geld weg sein, wenn die Bank und der Sicherungsfonds pleite geht.

In einem separaten Artikel werde ich dir erklären, wie du das Risiko minimieren kannst. Abonniere einfach den Newsletter und ich gebe dir Bescheid, wenn es soweit ist.

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Kleines Aktien-ABC

  • Aktie: Anteil an einem Unternehmen.
  • Aktiengesellschaft: Ein Unternehmen, dessen Eigentümer Aktionäre sind.
  • Aktionär: Eine Person, die einen Anteil an einer Aktiengesellschaft besitzt.
  • Börse: Ein Handelsplatz, an dem bestimmte Wertpapiere (darunter auch Aktien) gehandelt werden. Kurse werden durch Angebot und Nachfrage ermittelt.
  • Broker: Hat zwei Bedeutungen. Ein Broker ist eigentlich ein Makler, der an der Börse zwischen Käufern und Verkäufern vermittelt. Oft meint man damit aber auch eine Bank, die sich auf den Wertpapierhandel spezialisiert hat (z.B. "ich habe mein Depot bei einem Online-Broker").
  • Buchwert: Der theoretische Wert einer Aktie. Theoretisch wäre dies der Wert, den ein Aktionär pro Aktie ausgezahlt bekäme, wenn man die Firma liquidieren würde.
  • DAX: Abkürzung für Deutscher Aktien-Index. Der DAX ist quasi eine Zusammenfassung der 30 größten deutschen AGs (stark vereinfacht ausgedrückt).
  • Depot: Ein Konto bei einer Bank, auf dem gekaufte Wertpapiere gutgeschrieben werden.
  • Dividende: Ausschüttung einer Aktiengesellschaft. Wird meist aus dem Gewinn bezahlt.
  • Freistellungsauftrag: Jede Person hat einen Sparer-Pauschbetrag i.H.v. 801 Euro pro Jahr zur Verfügung. Für Kapitalerträge (z.B. Kursgewinne, Dividenden, Zinsen) muss man erst Steuern bezahlen, wenn dieser Pauschbetrag überschritten wird. Du kannst den Pauschbetrag auch auf mehrere Banken verteilen. Daher musst du mit dem Freistellungsauftrag jeder Bank den gewünschten Anteil (oder eben alles einer einzigen) zuteilen.
  • Hauptversammlung: Einmal jährlich werden alle Aktionäre zu einer Hauptversammlung eingeladen. Dort stehen grundlegende Entscheidungen zur Abstimmung.
  • Kurs: der aktuelle Preis einer Aktie.
  • Verrechnungskonto: Ein Giro- oder Tagesgeldkonto das zur Verrechnung bei Käufen, Verkäufen und Dividendenzahlungen dient. Der Kaufpreis von Wertpapieren wird diesem Konto belastet und der Erlöse von Verkäufe und Divenden werden diesem Konto gutgeschrieben.
  • Wertpapier: Ein Papier, das einen bestimmten Wert verbrieft. Bei Aktien ist dies eben der Anteil des Unternehmens. Auch ein Schuldschein ist ein Wertpapier (Recht auf Rückzahlung), genauso wie ein Geldschein.

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