Lohnt sich ein Wassersprudler wirklich?

Hardcore-Sparer wissen es schon immer: Wasser aus der Leitung ist von guter Qualität (in den meisten Regionen hierzulande) und vor allem: es kostet praktisch nichts. Aber gilt dies auch, wenn man sein Leitungswasser mit etwas Kohlensäure auffrischen möchte?

In Deutschland werden Wassersprudler vor allem von SodaStream vertrieben. Früher gab es noch Soda-Club und WasserMaxx, die heute aber alle zu SodaStream gehören.

Wassersprudler wurden zunächst von SodaStream populär gemacht. Ein Mitarbeiter von SodaStream gründete dann Soda-Club und war dermaßen erfolgreich, dass er später SodaStream aufkaufen konnte. Als WasserMaxx dann pleite ging, wurden auch die Rechte an dieser Marke gekauft.

Somit ist SodaStream heute _der_ Anbieter für Wassersprudler und es gibt daneben nur noch sehr kleine Hersteller, die dagegen antreten. Daher ist es kein Wunder, dass die Preise der Wassersprudlern in den letzten Jahren stark angezogen haben. Allerdings gibt es immer wieder besondere Aktionen mit Einsteiger-Geräten, die etwas günstiger und mit mehr Zubehör angeboten werden.

Die Vorteile von Wassersprudlern sind schnell erklärt: man muss keine Kisten mehr schleppen (und die leeren Flaschen auch nicht zum Pfand-Automaten bringen) und man spart eine Menge Plastik ein, da man ja im Prinzip nur eine einzige Flasche benötigt, die viele Monate/Jahre ihren Dienst verrichten kann. Auf der anderen Seite muss man natürlich dafür sorgen, dass man immer Kohlensäure auf Vorrat hat - und man muss eine Flasche immer erst "besprudeln" bevor man sie genießen kann.

Unterm Strich hört sich das natürlich sehr attraktiv an.

Aber was uns Sparer natürlich interessiert: Spart man mit dem Wassersprudler auch Geld oder etwa nicht?

Spart man mit einem Wassersprudler Geld?

Also habe ich die ganze Sache mal durchgerechnet - und zwar alles eingerechnet. Anschaffungskosten, Kohlensäure und Flaschen. Verglichen habe ich die Kosten dann mit dem Wasser von Aldi und Lidl, das pro anderthalb Liter 19 Cent kostet.

Das günstigste Modell von SodaStream (Modell Easy, zum Zeitpunkt der Artikel-Erstellung) kostet 99,90 Euro. Unter der Annahme, dass das Gerät 5 Jahre hält, während man pro Tag zwei Liter Wasser besprudelt, dann würde das auf einen Liter bereits 2,7 Cent ausmachen.

Da die mitgelieferte Flasche aus Sicherheitsgründen ein Verfallsdatum trägt, muss in dieser Zeit auch eine Ersatzflasche besorgt werden. Diese schlägt mit 8,99 Euro zu Buche - macht pro Liter 0,2 Cent aus.

Nun der spannende Aspekt: Wie teuer ist die Kohlensäure? Wenn man einen Kohlensäure-Zylinder bei einer der offiziellen SodaStream Tausch-Stationen tauscht, dann zahlt man für eine neue Füllung 8,49 Euro. Damit soll man bis zu 60 Liter Wasser mit Kohlensäure versetzen können. Das alleine bedeutet schon 14,2 Cent pro Liter.

Vergleichen wir dies mit dem Literpreis von Mineralwasser aus dem Discounter (1,5 Liter = 19 Cent bedeutet: 12,7 Euro pro Liter). Wasser aus dem Wassersprudler kostet laut Adam Riese: 2,7 + 0,2 + 14,2 = 17,1 Cent.

Also zahlt man pro Liter 4,4 Cent drauf, wenn man selbst sprudelt. Also nichts war's mit Sparen...

Doch halt! Wir sind noch nicht am Ende.

Kann man die Sache noch optimieren?

Erstens: Wir Sparer kaufen einen Wassersprudler ja eh nicht zum Normalpreis, sondern dann, wenn er im Angebot ist. Und hier kann man mit Leichtigkeit ein Gerät ergattern, das nur 60 Euro kostet und dafür sogar noch weiteres Zubehör bietet. Da wir unsere Geräte pfleglich behandeln, gehen wir mal von einer Lebensdauer von 10 Jahren aus. Hierfür benötigen wir dann aber noch zwei weitere Flaschen, da die anderen ja nach einer Zeit nicht mehr verwendet werden dürfen. Das macht dann 0,8 Cent pro Liter für den Sprudler und 0,4 für die drei zusätzlichen Sprudlerflaschen.

Dann müssen wir die Kohlensäure ja nicht von SodaStream kaufen (diese würden das zwar am liebsten verbieten lassen, aber hierzu gab es schon Gerichtsurteile). Aldi verkauft seit neuestem CO2-Füllungen für 6 Euro, dann kommen wir auf einen Literpreis von 10 Cent. Das hört sich schon besser an.

Kohlensäure oder CO2?

In diesem Artikel verwende ich CO2 und Kohlensäure synonym - was es in Wirklichkeit jedoch nicht ist. In den CO2-Zylindern befindet sich reines CO2. Wird dieses mit Wasser gemischt, dann regiert das CO2 mit dem Wasser zu Kohlensäure (H2CO3, denn H2O + CO2 = H2CO3).

Rechnen wir zusammen: 0,8 + 0,4 + 10,0 = 11,2 Cent.

Wow - wir sparen nun 1,5 Cent pro Liter!

Das wäre (bei 2 Litern am Tag) eine Ersparnis von satten (hüstel hüstel) 11 Euro im Jahr. Wenn alles glatt läuft.

Doch halt! Wir sind noch nicht am Ende.

Wer sagt denn, dass wir die Kohlensäurezylinder nicht selbst neu befüllen können? Dies kann im Prinzip auf zwei Arten geschehen:

* Befüllung durch Trockeneis
* Befüllung durch eine CO2-Gasflasche

CO2-Zylinder selbst befüllen

Die Befüllung mit Trockeneis empfehle ich nicht. Erstens benötigt man, damit es sich lohnt, eine höhere Anzahl von Zylindern auf Vorrat und dann ist die Handhabung von Trockeneis nicht ganz ungefährlich - und auch umständlich, da die Zylinder erst aufgeschraubt werden müssen, was als Nicht-Fachmann auch nicht so einfach ist.

Die Befüllung anhand einer CO2-Gasflasche ist schon einfacher. CO2-Gasflaschen erhält man in den meisten Baumärkten (z.b. Hornbach und Globus) und kann dort eine leere Flasche gegen ca. 20 Euro dann immer gegen eine volle tauschen. Diese enthält dann 10kg CO2, womit man ca. 23 mal einen Kohlensäure-Zylinder "aufladen" kann. Somit kostet eine Kohlensäure-Füllung nur noch 87 Cent. Voila!

87 Cent pro CO2-Füllung... das macht nur noch 1,5 Cent pro Liter - und damit kommen wir auf einen Gesamtbetrag von 2,7 Cent pro Liter gesprudeltes Wasser (0,8 + 0,4 + 1,5). Und damit sparen wir 10 Cent pro Liter - im Jahr 73 Euro. Yippie-Yay-Yo!

Aber eines habe ich noch vergessen:

Damit wir die ganze Sache durchziehen können, benötigen wir ja noch eine Gasflasche. Die ist zwar nicht ganz billig, ab der zweiten Füllung hat es sich schon gelohnt.

Und dann brauchen wir noch einen Adapter, damit wir den Kohlensäure-Zylinder an die CO2-Gasflasche anschließen können. Diesen kaufen wir für 20 Euro bei eBay, was auf 10 Jahre umgerechnet 0,3 Cent ausmacht. Dann sparen wir immer noch 9,7 Cent pro Liter.

Wie befüllt man CO2-Zylinder selbst?

Und jetzt noch eine Anleitung, wie das Ganze funktioniert. Zunächst braucht man folgende Gerätschaften:
  1. Wenn nicht vorhanden, besorge man sich einen Wassersprudler, z.B. bei eBay oder Amazon.
  2. Man besorge sich eine Gasflasche mit 10kg CO2 in Lebensmittelqualität. Theoretisch könnte man diese über eBay besorgen, allerdings könnte es in manchen Baumärkten nicht möglich sein, diese zu tauschen. Daher empfehle ich den Bezug direkt beim Händler, bei dem man auch tauschen kann.
  3. Man kaufe sich einen Adapter (z.B. bei eBay), damit man seine CO2-Zylinder an die Gasflasche anschließen kann.
Ist ein CO2-Zylinder leer, dann befüllt man ihn wie folgt:
  1. Man schraubt den Adapter auf die Gasflasche.
  2. Man schraubt den Zylinder auf den Adapter.
  3. Man öffnet den Hahn der Gasflasche und lässt das CO2 in den Zylinder.
  4. Man schließt den Hahn der Gasflasche.
  5. Man öffnet langsam das Entlüftungsventil des Adapters.
  6. Man schraubt den Zylinder wieder weg.
  7. Und schließt das Entlüftungsventil des Adapters wieder.
Alles ganz einfach, oder? In einem separaten Artikel habe ich noch detaillierter beschrieben, wie man CO2-Zylinder selbst befüllen kann und auf was man achten muss.

Hier noch ein paar Tipps aus der Praxis:

  • Wie viel CO2 befindet sich im Zylinder? Dies kann man ganz einfach durch Wiegen herausfinden. Ein leerer Zylinder wiegt ca. 800 g. Wiegt dieser 1225 g, dann ist dieser komplett gefüllt (mit 425g CO2).
  • Wie kann man den Zylinder möglichst voll bekommen? Wenn man den Zylinder vor dem Befüllen kühlt (Kühlschrank), kommt man näher an die 425-g-Füllmenge heran. Aber auch, wenn man nur 200 g auffüllen würde, wäre dies kein Problem - man muss es dann halt öfters machen.
  • Wie bekommt man beim Sprudeln möglichst viel Kohlensäure ins Wasser? Auch hier gilt, dass sich die Kohlensäure in gekühltem Wasser "wohler fühlt" und besser gebunden wird.

Fazit

Geld sparen mit einem Wassersprudler - das funktioniert nur dann, wenn man seine CO2-Zylinder selbst befüllt. Ansonsten spart man nur das Schleppen der Wasserflaschen. Für die Umwelt ist ein Wassersprudler natürlich immer gut, weil man einfach viele leere Flaschen (und deren Transport) vermeidet.

Methodepro Liter
Mineralwasser Aldi0,13 €
Wassersprudler teuer0,17 €
Wassersprudler günstig0,12 €
selbst befüllen0,03 €


Sicherheitsvorkehrungen

Mit CO2 ist nicht zu spaßen, denn es ist tödlich, wenn es in hoher Konzentration in der Luft vorkommt. Daher ist es wichtig, dass man gewisse Sicherheitsvorkehrungen einhält (hier nur einige davon):
  • Lagerung: Die CO2-Gasflasche soll immer aufrecht stehend gelagert werden. Keine Sonneneinstrahlung ermöglichen. Der Raum soll gut belüftet sein.
  • Verwendung: Nur Personen, die wissen, was sie tun, dürfen Zugang zu der CO2-Gasflasche haben (also außer Reichweite von Kindern aufbewahren).
  • Die Sicherheitsbestimmungen, die an der Gasflasche angebracht sind, beachten.
Das Tückische von CO2 ist, dass man es nicht riecht, und dass ab einer gewissen Konzentration in der Luft der Atemreflex aufhört. Dann wird man bewusstlos, ohne es zu merken bevor man dann erstickt (aus diesem Grund müssen auch Kellerräume, in denen alkoholische Getränke gären (beim Gärprozess entsteht auch CO2) gut gelüftet werden).

Und was ist mit Mineralwasser?

Manche legen Wert auf eine gute Versorgung mit Mineralien und kaufen deshalb "hochwertiges" Mineralwasser im Getränkehandel. Die Mineralwasser der Discounter haben i.d.R. relativ wenig Mineralien.

Und wie sieht's beim Wasser aus dem Hahn aus?

Nun dies hängt davon ab, aus welchem Brunnen das Wasser kommt. Es lohnt sich, beim örtlichen Wasserversorger nachzufragen. Diese können Bescheid geben, welche Mineralien im Wasser enthalten sind.

Aber selbst wenn das heimische Wasser arm an Mineralien wäre: auch hier gibt es Lösungen, z.B. von MineraLiquid. Von diesem Konzentrat gibt man einfach ein paar Tropfen ins Wasser und zack, hat man ein mineralisiertes Wasser. Nein, Mineralwasser darf man es nicht nennen, denn laut der Mineral- und Tafelwasserverordnung muss Mineralwasser direkt am Quellort abgefüllt werden. Nun ja, ein kleines bisschen Wortklauberei...

Jedenfalls kostet eine Flasche MineraLiquid derzeit 9,50 Euro und reicht für 75 Liter. Macht also 13 Cent pro Liter. Da kommt man mit Discounter-Wasser natürlich deutlich biller. Wenn man aber Wert auf eine gute Versorgung mit Mineralien legt und ansonsten teures Mineralwasser kaufen würde, kann man auch damit günstiger kommen.

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