Post von der Bausparkasse

Heute bekam ich den Kontoauszug meines Uralt-Bausparvertrages (mit noch einer guten Guthabenverzinsung) von der Bausparkasse Schwäbisch Hall. Ganz nebenbei wird mir im Anschreiben ein Angebot gemacht: Entweder ich wechsle den Tarif. Oder ich muss mehr Geld einzahlen.

Den Bausparvertrag hatte ich damals (noch grün hinter den Ohren) abgeschlossen, als ich 1993 die Ausbildung zum Bankkaufmann begann. Damals mit einer Bausparsumme von 50.000 Mark. Nachdem ich vor Jahren einen Teil in Anspruch genommen hatte, sind jetzt noch 12.000 Euro übrig, wohingegen ich nur noch einen geringfügigen Guthabenbetrag stehen ließ, ohne noch etwas einzuzahlen.

Die Konditionen im abgeschlossenen Tarif sind:

  • 3% Guthaben-Verzinsung
  • 5% Darlehenszins
  • Kontoführungsgebühr i.H.v. 7,67 Euro
Jetzt soll ich in einen neuen Tarif wechseln, so z.B. in den Tarif FuchsImmo1 XS:
  • 0,1% Guthaben-Verzinsung
  • 1,4% Darlehenszins (1,72% effektiv)
  • Kontoführungsgebühr i.H.v. 12 Euro
Hier fallen mir spontan zwei Dinge ins Auge:
  • Die mickrige Guthabenverzinsung in Kombintation mit der Kontoführungsgebühr. Ich müsste also 12.000 Euro auf dem Bausparkonto horten, damit ich mit der Kontoführungsgebühr kein Minus mache...
  • Der effektive Darlehenszinssatz i.H.v. 1,72%: Könnte man bei einer Immobilienfinanzierung derzeit auch bei der Hausbank sogar günstiger bekommen. Sollten die Zinsen jedoch eines Tages wieder steigen, könnte sich dieser Zinssatz vielleicht wieder lohnen.
Natürlich muss man der Bausparkasse zugute halten, dass die Zeiten durch die extreme Niedrigzinsphase für Banken nicht besonders lukrativ sind. Alles in Allem würde sich aber ein Wechsel für mich in den Fuchs-Tarif nicht lohnen.

Was also tun? Kündigen oder doch den Regelsparbeitrag von 60 Euro pro Monat einzahlen? Nun, 3% Verzinsung sind im Moment eine nicht zu verachtende Verzinsung, obgleich ich eher ein Fan von Aktien bin, wo die durchschnittliche(!) Rendite nochmals deutlich höher liegt.

Meine Überlegungen zu der Sache:

  • Brauche ich überhaupt irgendwann mal ein Darlehen? Auch wenn ich Bänker war, meine persönliche Strategie ist, Dinge mit Geld zu zahlen, das ich habe, anstatt mit Geld, das ich nicht habe.
  • Bespare ich den Bausparvertrag angesichts eines Zinssatzes von 3%, anstatt die gleiche Sparrate in Aktien anzulegen? Nun, der DAX ist momentan relativ nah am Höchststand, genauso wie die amerikanischen Aktien. Durch die momentan niedrigen Zinsen dürfte die Party am Aktienmarkt wohl noch etwas weitergehen. Aber irgendwann ist auch mal wieder mit einem Crash zu rechnen.
  • Bevor ich das Geld auf dem Tagesgeldkonto verwelken lasse, sind 3% auf dem Bausparvertrag definitiv eine Hausnummer.
Was würden Sie in dieser Situation tun?

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